Universal-Handbuch von München (1845) / t_863

Hanfstängel, Franz,

Herzog Sachsen-Coburg-Gothaischer Hofrath und Lithograph, ist geboren in Bayer­rain im bayer. Hochlande im Jahre 1804. Er kam. 1816 nach München in die Schule des Professors Mitterer; besuchte sodann von 1819 bis 1825 die kgl. Akademie, wo er sich der Malerei widmete und zugleich Porträts auf Stein zeichnete, was damals noch wenig bekannt war. Im Jahre 1830 errichtete er eine lithographische Kunst­druckerei in München; 1834 reiste er nach Paris, und von dort zurückgekehrt ging er nach Dresden, um die vorzüglicheren Gemälde der dortigen Gallerie nach den Originalen auf Stein gezeichnet herauszugeben. Fest begründet und aller Orten bekannt ist der Ruf dieses Künstlers und dessen Arbeiten im Porträtfache. Von ihm sind auch verschiedene Kunstvereins-Blätter, als: für Köln »des Sängers Fluch« nach Foltz; für Prag »Römische Pilger« nach Lindau; wieder für Prag: »Römisches Okto­berfest« nach Marstrand; Dresden »die Tabulettenkrämer« nach Lindau; und noch eines für Dresden »die Wiedertäufer« nach Beer; »die Reue des Raubmörders« nach Gonne, auch für Dresden. Eines seiner neueren Blätter ist Erzherzog Karl, k. k. General-Feldmarschall, umgeben mit den berühmtesten Generalen seiner Zeit, nach Aertinger u. m. a.

Gegenwärtig wird Hanfstängel immer einen Theil des Jahres in München zubrin­gen. Dieser Künstler ist in Bezug auf Lithographie einer der größten Meister seiner Zeit zu nennen.

Universal-Handbuch von München. Herausgegeben von Dr. V. Müller. München, 1845.


02-07-37 (Hanfstaengl & Schwartz)