Universal-Handbuch von München (1845) / t_612

Bürkel, Heinrich,

geboren 1802 in Pirmasenz in der Rhein-Pfalz, Ehrenmitglied der Dresdener- und Wiener-Akademie, begann seine Kunststudien im Jahre 1821 in München bei der Akademie der habenden Künste, und wählte hiezu besonders die ältesten Meister. Später reiste er nach dem bayrischen Oberlande und Tyrol , sodann nach Holland, um sich für das Fach der landschaftlichen Genre- und Thiermalerei auszubilden. Er besuchte in den Jahren 1830 – 31 Rom und bereicherte sich besonders mit einer Masse von Skizzen aus der Umgegend Roms und der römischen Campagna. Seine Genregemälde sind voll der glänzendsten Effekte und tragen den echten Charakter der Natur, während seine deutschen Hochlandsbilder voll freundlicher Gemüthlich­keit sind. Die gute Wirkung der behandelten Gegenstände giebt sich in jedem ein­zelnen Bilde klar und deutlich kund, da überall der Typus des Oertlichen und Indivi­duellen ganz naturgetreu wahr und kräftig dargestellt, und wodurch jedem seiner Bilder der Stempel des Meisters aufgedrückt ist. Später malte er auch Winterland­schaften mit bestem Erfolge und mit frappanter Charakteristik.

Bürkels Bilder sind in der ganzen Welt zerstreut; von den bekannten Besitzern kön­nen angeführt werden: S. k. H. Erzherzog Franz Karl in Wien, Graf Colowrat, v. Art­haber in Wien, die Gemäldegallerie zu Stuttgart und aus der früheren Zeit des Künstlers die Gemäldegallerie zu Schleißheim.

Universal-Handbuch von München. Herausgegeben von Dr. V. Müller. München, 1845.


38-01-10 (Bomhard & Bürkel)