Universal-Handbuch von München (1845) / t_583

Braun, Caspar,

geboren 1807 in Aschaffenburg, begann seine Kunststudien in München im J. 1826, malte dann im Historienfache bis zum Jahre 1837, widmete sich aber in der Folge dem Fache der Xylographie (Holzschneidekunst). Um sich hierin möglichst auszubil­den, reiste er nach Paris und gründete bei seiner Rückkunft nach München im Jahre 1839 ein Atelier für diese seit vielen Jahren ruhende und fast in Vergessenheit ge­rathene Kunst.

Diese xylographische Kunstanstalt ist gegenwärtig im kräftigen Erblühen und be­schäftigt 16 Künstler. Seit einem Jahre hat sich Braun mit einem Hrn. Friedr. Schnei­der associrt und durch die besondere Thätigkeit dieses Letzteren hat diese Anstalt sehr gewonnen.

Unter mehreren aus diesem Atelier hervorgegangenen bedeutenden Werken ver­dienen besondere Beachtung: Die Braut von Messina, das Niebelungen-Lied, Götz von Berlichingen, die Bilder der deutschen Kaiser, welche bei Cotta, so wie die klei­nen Soldaten- und Jägerlieder – vom Graf Pocci – die bei Perthes in Gotha erschie­nen.

Universal-Handbuch von München. Herausgegeben von Dr. V. Müller. München, 1845.


07-10-04/05 (Braun)