Universal-Handbuch von München (1845) / t_540

Bernatz, Martin,

geboren 1802 in Speyer, begann 1807 seine Kunststudien in Wien, widmete sich der Architekturmalerei, ging sodann nach München und machte 1836–37 mit Hof­rath Professor Schuberth eine Reise nach Koastantinopel; von dort nach Smyrna, Alexandria, Cairo und dann an das rothe Meer, dem Berge Sinai und hierauf nach Palästina. Die Resultate des Gesehenen – Gegenstände aus dem gelobten Lande gab der Künstler nach seiner Rückkunft in 40 lithographirten Blättern in Stuttgart bei Steinkopf heraus. Diese Ausgabe bietet ein hohes allgemeines Interesse.

Im Jahre 1840 trat derselbe eine Reise nach Indien und von da mit einer englischen Gesandtschaft nach Shoa (Goa?) an; er sammelte hiebei die merkwürdigsten Skiz­zen über Länder- und Völkerkunde, die er in Oel gemalt für ein Album des jetzt re­gierenden Königs von Preußen auszuführen hatte. Der Verfasser dieses Werkes war so glücklich, mehrere dieser höchst gelungenen Darstellungen der Gebräuche und Sitten jener Völker zu sehen und war überrascht, mit welchem großen Effekte der Künstler alle diese Gegenstände (22 Blätter) in der meisterhaftesten Originalität wiederzugeben wußte.

Universal-Handbuch von München. Herausgegeben von Dr. V. Müller. München, 1845.


28-10-18 (Bernatz)