Philosophen-Lexikon (1912) / t_1415

Zeising, Adolf, geb. 1810 in Ballenstedt, Gymnasialprof. in Bernburg, lebte später in Leipzig und München, gest. daselbst 1876. Z. ist besonders von Hegel beein­flußt. Das Schöne ist das Bild der Welt im Geiste, das Absolute in der Form des Scheines. Schönheit ist »die als erscheinend aufgefaßte Vollkommenheit«. Z. legt großes Gewicht auf den ästhetischen Wert des »goldenen Schnittes« (Teilung einer Strecke in der Weise, daß der kleinere Abschnitt sich zum größeren, wie dieser zur Summe der beiden sich verhält; x : y = y : x + y). Dieses Verhältnis ist nach Z. die beste Vermittlung zwischen absoluter Gleichheit und Verschiedenheit.

Schriften: Neue Lehre von den Proportionen des menschlichen Körpers, 1854. Äs­thet. Forschungen, 1885. Die Metamorphosen der menschl. Gestalt, 1860. Religion und Wissenschaft, Staat und Kirche, 1873.

Dr. Rudolf Eisler: Philosophen-Lexikon. Leben, Werke und Lehren der Denker. Berlin, 1912.


01-05-16 (Wecklein & Zeising)