Neues allgemeines Künstler-Lexicon (1841) / t_1208

Rummel, Johann Paul, Maler, geb. zu München 1774, gest. daselbst 1832. Dieser Künstler übte sich schon frühe im Zeichnen, und war noch nicht 13 Jahre alt, als er schon Heiligenbilder in Oel malte. Später erhielt er von Weiss sorgfältigeren Unter­richt, und eine Unterstützung des Churfürsten setzte ihn in den Stand, die Akade­mie zu besuchen. Hierauf copirte er in der Galerie zu München mehrere Werke, so wie später in Leopoldskron, wo er namentlich etliche Bilder von Mengs und der An­gelica Kaufmann copirte. Rummel malte in München, wo er als ausübender Künstler lebte, anfangs verschiedene Bilder in Oel, dann aber verlegte er sich fast aus­schließlich auf die Miniaturmalerei, in welcher er gelungene Bildnisse fertigte. In den letzten acht Jahren seines Lebens kehrte er wieder zur Oelmalerei zurück. Die Werke dieser Periode bestehen wieder in Copien und Portraiten, worunter er jenes des Königs Ludwig für verschiedene Städte des Reiches ausführte. Diese Bildnisse werden der Aehnlichkeit wegen geschätzt.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeich­ner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bearbeitet von Dr. G. K. Nagler. München, 1841.


23-03-10 (Rummel)