Neues allgemeines Künstler-Lexicon (1839) / t_1435

Lespilliez, Carl Albert von, Architekt von München, erlernte die Anfangsgründe der Architektur von Cuvilliers, und dann liess ihn der Churfürst von bayern zu seiner Ausbildung Frankreich und Italien bereisen. Im Jahre 1748 wurde er Hofbauamts-Accessist, 1763 zweiter Oberbaumeister und Hofkammer-Rath, nach fünf Jahren er­hielt er die Stelle eines ersten Oberbaumeisters, und 1781 wurde er endlich Ober­baudirektor. Lipowsky lässt ihn schon 1705 sterben, doch starb Lespilliez erst 1796.

Lespilliez baute noch ganz im schlechten Geschmacke seiner Zeit, und sieben ba­rocle architektonische Musterblätter gab er auch im Kupferstiche heraus. Von ihm ist der Plan zum Liebertischen Haus zu Augsburg, ob er aber den Plan zu der schö­nen unvollendeten Stiege des schlosses Schleissheim gefertigt habe, wie Lipowsky behauptet, wollen wir dahingestellt seyn lassen. Sie ist vermuthlich von Heinrich Zuccali entworfen, der 1705 noch lebte.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeich­ner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bearbeitet von Dr. G. K. Nagler. München, 1839.


SK-S (Lespilliez)