Neues allgemeines Künstler-Lexicon (1836) / t_1781

Fröhlich, Ernst, geboren zu Kempten im bayerischen Oberdonaukreise im Jahre 1810, fühlte schon früh in sich den Beruf zur Kunst, wie er denn schon während sei­ner Gymnasialstudien, die er in München vollendete, sprechende Beweise seines schönen Talentes ablegte. Er besuchte die Akademie in München, widmete sich Anfangs dem Historienfache, trat aber später zum Genrefach über. Aus dieser Zeit existiren mehrere Pferdebildchen u. a., die sich in den Händen von Privaten befin­den, und von seinem vielseitigen Talente zeugen. Einen besondern Hang fühlte er zur heitern, launigen Satyre, die sich in den vielen Kompositionen, welche sich in den Händen seiner nahen und fernen Freunde befinden, so trefflich ausspricht. Mit einem frohen, offenen Sinn und richtiger Beobachtungsgabe, im Genusse der frei­en Natur und der Freundschaft hat er seinen Umgebungen die launigen Situationen abgelauscht und mit seiner Künstlerhand der Erinnerung seiner Freunde aufbe­wahrt. Treffender Witz, muntere, manchmal derbe, nie beissende Satyre charakteri­siren diese epigrammatischen Blätter unsers Künstlers. Auch im Gebiete der freien, ungebundenen Arabeske bat er sich mit Glück versucht und durch mehrere Kom­positionen zur Ausstattung von Büchern beitragen. Er beschäftigt sich jetzt viel und hauptsächlich mit Lithographie. Viele seiner Zeichnungen sind mit einem Mono­gramme bezeichnet, das jenem des trefflichen E. Fries gleichet, und daher könnten beide verwechselt werden.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeich­ner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter etc. Bearbeitet von Dr. G. K. Nagler. München, 1836.


05-15-39 (Fröhlich & Löcherer)