Neuer Theater-Almanach (1894) / t_698

1892. Dezember. ? Mitte d. M. Ernst Friedrich Diez, Kgl. bayr. Hofopernsänger a. D., † München, geb. Waldkirch (im Badischen Schwarzwald) 17. März 1805. Frühzei­tig im Gesange geübt, wandte sich Diez vom Rechtsstudium in Freiburg i. Br. nach Wien, wo er 1825-26 bei Konradin Kreutzer weiteren Unterricht nahm und in der zweiaktigen Oper dieses Komponisten »Die lustige Werbung« (27. Juni 1826) den ersten Versuch als Bühnen-Tenor machte. Zunächst boten Preßburg und Triest dem Anfänger Stellung, der nach zweijährigem Wirken am Königst. Th. in Berlin 1830 nach Mannheim ging und hier durch seine klangvolle, sehr weiche und biegsame Stimme, sowie durch ansprechendes Spiel sich sieben Jahre in der Gunst des Publi­kums behauptete. Dem Hofth. in München gehörte er als erste Kraft von März 1837 bis Oktober 1849 an, wirkte jedoch nach seiner Pensionirung bis 1868 noch als Hofkapellsänger. Hauptpartieen: Raoul (in München »Ludlow«, da der »Huge­notten«-Text in »Anglikaner und Puritaner« verwandelt war, z. e. M. 22. Mai 1838), Arnold, Belmonte, Florestan, Tamino, George Brown u. dergl. Diez war seit 1841 mit der ausgezeichneten Sängerin Sofie Hartmann († München 3. Mai 1887 als Kgl. Kammersäng. a. D.) verheirathet.

Neuer Theater-Almanach. Berlin, 1894.


04-08-57 (Diez)