Münchner Tagblatt (17.5.1839) / t_84

Anzeige für Kunstjünger und Kunstfreunde der Musik.

Jedem, der sich mit Musik beschäftigt, genügt es nicht die mechanische Behand­lung seines Instrumentes, seiner Stimme vollkommen inne zu haben, er will auch in den Geist des Werks eindringen, das er vorträgt. Manches jüngere Talent ver­schwindet auf der breiten Bahn der Alltäglichkeit, während ein Fingerzeig, eine Be­lehrung älterer Künstler hinreichen würde, ihm den Pfad zu höherem Aufschwung zu erschließen. Die Erfahrungen, welche der Unterzeichnete in einer 35jährigen Ausübung der Kunst gemacht, die Gelegenheit, die ihm dabei geworden, fast alle hervorragende Koriphäen der Instrumental- und Vokal-Musik seiner Zeit persönlich gekannt und gehört zu haben, veranlassen ihn im Interesse der Kunst, so wie durch manche seiner Gönner, Freunde und Bekannte aufgefordert, seinen Rath und seine Ansichten über Vortrag und charakteristisches Erfassen irgend eines Musik-Stückes allen jenen mitzutheilen, welche sich dieser Kunst aus Neigung oder in ihrem Beru­fe gewidmet haben. Indessen bemerkt er zugleich, da es sich nicht um einen ge­wöhnlichen Unterricht handelt, daß wo nach 3 gegebenen Stunden kein Eingehen in seine Ideen bemerkbar wird, er die weitere Belehrung als überflüßig betrachtet. Prüfungen dieser Art werden unentgeldlich vorgenommen. Für fortlaufenden Un­terricht ist per Stunde 1 fl. 20 kr. festgesetzt.

München am 15 Mai 1839.

Heinrich Bärmann,
k. Hofmusikus. Theresienstraße Nro. 17 über 1 Stiege.

Münchner Tagblatt No. 136. Freitag, 17. Mai 1839.


05-17-35* (Bärmann)