Münchener Conversations-Blatt (26.1.1833) / t_1957

Münchener Conversation.

Der angezeigte unglückliche Tode des Heinrich Freiherrn von Keßling soll auf dem letzten Museums-Balle durch eine Kleinigkeit Veranlassung gefunden haben. Thäter und Sekundanten, bereits mit Pässen versehen, sind flüchtig gegangen, außer einem vom Militär, welcher in Arrest ist. Ersterer, von unansehnlicher Figur, wird mit Steckbriefen verfolgt. Die glückliche Aufgreifung dieses Mörders, der sich gegen der untern Inngränze gewendet haben dürfte, wäre ein Meisterstück für unsere thätige Gensdarmerie. Die Angaben im »Tagblatte« über die Auffindung des Leichnams ist falsch. Vor der, ehegestern statt gehabten Beerdigung des jungen, unglücklich Gemordeten, war der Andrang im Leichenhause, ihn theilnehmend noch einmal zu schauen, so groß, daß die Fenster klirrten, und »ach und weh« geschrieen wurde. Zahlreich war der Zug zum Grabe von Livrebedienten mit Fackeln, Ober- und Unteroffizieren aller Waffen, kgl. Edelknaben, Hofbereitern und Laquaien, ergreifend die Rede des protest. Geistlichen.

Münchener Conversations-Blatt Nr. 26. München; Samstag, 26.1.1833.


↑ AA-23 (Kesling)