Lexikon deutscher Frauen der Feder (1898) / t_1501

Giehrl, Frau Emmy, geb. Aschenbrenner, Ps. Tante Emmy, München, Herzog-Wil­helmstrasse 9/II, wurde am 1. November 1837 in Regensburg als Tochter des kö­niglichen bayrischen Finanzministers Dr. Joseph von Aschenbrenner geboren, sie­delte aber mit den Eltern nach München über. Gute Lehrer leiteten im Elternhause den Unterricht des Kindes, das schon frühzeitig eine dichterische Anlage zeigte, der man aber wenig Wert beilegte. Kurze Zeit nach ihrer Vermählung mit dem bay­rischen Bezirksamts-Assessor Rudolf Giehrl in München verlor sie den Vater. Sein Tod erschütterte ihren schwachen Körper auf das tiefste, ein unheilbares Nervenlei­den sollte sie für immer auf das Krankenlager werfen. Obwohl die Kranke auf ihrem Schmerzenslager, von allem äusseren Verkehr abgezogen, sich ausschliesslich geis­tig beschäftigte, trat sie doch erst nach dem Tode ihres Gatten (1876), mit dem sie in glücklichster Ehe gelebt, mit schriftstellerischen Arbeiten an die Öffentlichkeit, und zwar auf dem Gebiete des Erziehungswesens und vorzüglich als Jugendschrift­stellerin. Sie wurde Mitarbeiterin sämtlicher Organe des katholischen Erziehungs­vereins in Donauwörth und anderer katholischen Zeitschriften unter dem Deckna­men »Tante Emmy«. Während ihrer langen 34 jährigen Schmerzenszeit entstand nach und nach eine grosse Anzahl reizender Kindergeschichten und Erzählungen.

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Sophie Pataky (Hrsg): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Eine Zusammenstellung der seit dem Jahre 1840 erschienenen Werke weiblicher Autoren nebst Biographieen der lebenden und einem Verzeichnis der Pseudonyme. Berlin, 1898.


04-01-45 (Aschenbrenner & Giehrl)