Kunstvereins-Bericht für 1837 (1838) / t_1534

Felix Belgodére, Porzellanmaler,

wurde geboren den 13. März 1802 zu Lyon, und war der Sohn des Musikdirektors in der Garde des Kaisers Napoleon, und Ritters der Ehrenlegion Felix Belgodére.

In seinem achten Jahre kam Belgodére mit seinen Eltern aus Frankreich nach Mün­chen, dem Geburtsorte seiner Mutter, wo er bis zum Eintritte in das Gymnasium sich den Studien widmete. Von seinem 16. Jahre an lernte er die Porzellan-Malerei in der königl. Porzellan-Manufactur dahier unter Leitung des Inspectors Christian Adler, und besuchte nebenbei die königl. Akademie der bildenden Künste.

Nach vollendeten Studien der Porzellan- wie der Landschaft-Malerei bereiste Bel­godére zur Ausbildung seiner Kunst den größten Theil von Ober- und Unter-Italien und kehrte sodann an die königl. Porzellan-Manufaktur-Anstalt dahier zurück, wo er in seinem Fache ausgebreitete Beschäftigung und Verwendung fand.

Er starb im schönsten Mannesalter am 18. December 1837. Belgodéres Behand­lung in der Schmelzmalerei war breit, kühn und kräftig; er malte außer den kleine­ren Arbeiten auch auf Platten und Vasen. Zu seinen letzten bedeutendsten Arbei­ten gehören vier Platten mit den Darstellungen der Umgebungen von Salzburg, Te­gernsee, Nymphenburg und dem Carolinen-Platze in München.

Neben der Porzellan-Malerei setzte Belgodére auch die Oelmalerei im Landschafts­fache mit günstigem Erfolge fort, und mehrere gelungene Arbeiten von seiner Hand kamen in den Sälen unseres Vereins zur Ausstellung.

Bericht über den Bestand und das Wirken des Kunst-Vereins in München, während des Jahres 1837. München, 1838.


12-12-49 (Belgodére)