Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903) / t_699

Sie [Diez, Sofie (geborene Hartmann)] war verheiratet (1841) mit dem Tenoristen Ernst Friedrich Diez, der sie überlebte. Derselbe war geboren am 17. März 1805 in Waldkirchen (Baden) als Sohn eines städtischen Beamten, von dem er seinen musi­kalischen Sinn geerbt hatte.

Schon in seinem 10. Jahr wurde er als Kirchensänger verwendet. 1825 erteilte ihm Conradin Kreutzer in Wien Gesangsunterricht und bereits ein Jahr später wagte er in »Die lustige Werbung« (von Kreutzer) den ersten Bühnenversuch. Hierauf wirkte er ein Jahr in Preßburg, sodann in Triest und begab sich 1828 an das Königstädt­sche Theater nach Berlin 1830-1837 war D. in Mannheim und 1837 bis 1849 am Hoftheater in München tätig.

Nach seiner Pensionierung bewährte er sich noch (bis 1868) in der Hofkapelle. »Belmonte«, »Tamino«, »George Brown«, »Josef« etc., zählten zu seinen vortreff­lichsten Partien. Aber auch als Liedersänger hat er vielfach Anerkennung gefunden. Dieser allgemein beliebte Tenorist verbrachte seine Ruhezeit in München, wo er Mitte der 90er Jahre starb.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Verlagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.


04-08-57 (Diez)