Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903) / t_1816

Spitzeder Adele, geb. am 9. Februar 1832 in Berlin (Tochter des Baß-Buffo Josef Spitzeder und Betty Spitzeder, geborene Vio). Frühzeitig machte sich bei ihr der Hang zum Theater geltend. Sie nahm Gesangslektionen bei der Sängerin Marie Henkel und schauspielerischen Unterricht bei Konstanze Dahn und Charlotte v. Ha­gen. Sie debütierte in Koburg am 28. Oktober 1856 als »Deborah«, am 4. Novem­ber als »Maria Stuart« und war später in Mannheim, München, Brünn, Nürnberg und Frankfurt als Schauspielerin engagiert. Nachdem sie sich in Zürich als Sängerin versucht hatte, erhielt sie einen Ruf nach Karlsruhe und später nach Altona. Hier endete ihre künstlerische Laufbahn. Über ihr Talent hat sich Laube wiederholt aner­kennend geäußert. In München gründete sie die zu so trauriger Berühmtheit ge­langte Dachauer Bank, wodurch sie in einen außerordentliches Aufsehen erregen­den Betrugsprozeß verwickelt wurde. Sie starb am 28. Oktober 1895 in München.

Ludwig Eisenberg‘s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Leipzig, 1903.


18-14-26 (Maurer-Spitzeder & Schmid & Spitzeder)