Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne (1903) / t_1181

Rettich Henriette, geboren 1815 in Böhmen, gestorben 14. September 1854 in München, wurde im Prager Konservatorium ausgebildet und begann ihre theatrali­sche Laufbahn auf mehreren kleineren Bühnen, sang auch in Wien, später in Graz und wurde am 1. Mai 1842 ans Münchner Hoftheater engagiert, wo sie bis an ihr Lebensende verblieb. Sie hatte daselbst Gelegenheit, mehrere Partien bei der Erst­aufführung zu singen und zwar: am 18. April 1842 »Eudoxia« in »Jüdin«, am 12. Mai 1844 »Gretchen« in »Wildschütz«, am 12. Januar 1845 »Elektra« in »Idomenäus«, am 27. Februar 1848 »Martha« und am 10. November 1850 die »Bertha« im »Pro­phet«. Ihre Glanzrolle jedoch, in der sie nur wenige Rivalinnen hatte, war »Die Köni­gin« in »Hugenotten«. Sie galt als ausgezeichnete Koloratursängerin.

Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert; Ver­lagsbuchhandlung Paul List; Leipzig, 1903.


36-08-31 (Mussinan & Rettich)