Die Scheinwelt und ihre Schicksale (1893) / t_1515

Elise Seebach, 17. April 1806 geboren, betrat als sechzehnjähriges Mädchen zum erstenmal, als Aphanasia in Kotzebue’s »Graf Benjowsky« die Münchener Hofbühne und erzielte schon in ihrem ersten Debüt einen durchschlagenden Erfolg. Ihre Leh­rerin war die bekannte Charlotte Pfeiffer. Seit 1826 gehörte sie der Hofbühne als engagirtes Mitglied an, wandte sich aber schon nach einigen Jahren dem älteren Fache zu. Besonders verdienstlich wirkte Elise Seebach als dramatische Lehrerin und kann mit Stolz eine Sophie Stehle, M. Mallinger ihre Schülerinnen nennen. Im Jahre 1872 feierte sie unter lebhafter Betheiligung des Hofes, der Collegen und des Publikums das schöne Fest ihres fünfzigjährigen Küstlerjubiläums. Elise See­bach starb am 3. October 1878; die Künstlerin gehörte volle 56 Jahre der Hofbüh­ne an.

Max Leythäuser: Die Scheinwelt und ihre Schicksale. Eine 127jährige Historie der Münchener kgl. Theater in populärer Form und als Jubiläums-Ausgabe. Zu Ehren des fünf und zwanzigjährigen Dienst-Jubiläums Seiner Exzellenz des Herrn General-Intendanten Freiherrn von Perfall. München, 1893.


32-12-13 (Schimon & Seebach)