Die Monogrammisten (1858) / t_602

Herr Robert Brulliot, Conservator des k. Kupferstich-Cabinets in München, der Sohn und Nachfolger des berühmten Verfassers des Dictionnaire des Monogram­mes, öffnete mir in freundlichster Weise die ihm anvertrauten reichen Kunstschätze, wodurch ich in den Stand gesetzt wurde, eine Masse von Monogrammen und Initia­len zu facsimiliren, um die in früheren Werken vermisste Genauigkeit der Zeichen herzustellen. R. Brulliot hatte nach dem 1836 erfolgten Tode des Vaters die Samm­lung durchhin geordnet und fortwährend vermehrt, so dass sie jetzt eine viel rei­chere Ausbeute gewährt, als zur Zeit des Inspektors Franz Brulliot. Auch die Be­schreibung und Ordnung des k. Handzeichnungs-Cabinets lag ihm in lezterer Zeit ob, wodurch er sich um so grösseren Dank erwarb, als seit 1810 nur das lithogra­phirte Imitationswerk von Strixner im weiteren Kreise darüber Auskunft geben konnte. Die Sammlung ist aber sehr reich an Zeichnungen von Meistern aller Schu­len, und Conservator R. Brulliot bot mir Gelegenheit, die Monogrammen und Initia­len nachzubilden, deren sich die Zeichner bedient hatten. Auch erhielt ich durch die Güte desselben den Nachlass zum Dictionnaire des Monogrammes par Francois Brulliot, sowie den Nouveau Paintre-graveur desselben, an dessen Vollendung ihn aber der Tod hinderte. Durch die Güte des Herrn Conservator Robert Brulliot flos­sen mir also reiche Beiträge zu, und ich fühle mich daher zu um so wärmerem Dan­ke verpflichtet, als ich mich überdiess noch seiner freundlichen Theilnahme zu er­freuen habe.

Dr. Georg Kaspar Nagler: Vorwort zu: Die Monogrammisten. München, 1858.


ML-290* (Brulliot)