Die bildende Kunst in München (1842) / t_833

Franz Xaver Glink,

geb. 1795, der Sohn eines Schreiner- (Tischler-) Meisters aus Burgau, kam mit sei­nen Eltern im Jahre 1809 nach München und erlernte hier bei seinem Vater dassel­be Handwerk. Sein Sinn für schöne Formen veranlaßte ihn zur Uebung in Schnitzar­beiten, die immer zierlicher ausfielen. Da der Direktor der Akademie, Langer, diese Arbeiten sah und daraus das Kunsttalent Glinks erkannte, vermochte er den Vater desselben, daß sich der Sohn der Kunst widmen durfte.

Zur weiteren Ausbildung reiste er dann im Jahre 1824 nach Italien, hielt sich länge­re Zeit in Rom auf, und malte nach seiner Rückkehr aus Dankbarkeit für das ihm ge­währte Reisestipendium das Altarbild in der Militär-Lazarethkirche zu München. Für die Frauenkirche malte er das große Festbild, die Auferstehung Christi, andere Bil­der religiösen Inhaltes für andere Kirchen. Seine Darstellungsweise ist größtent­heils religiös lyrisch, seine Farbengebung mild, angenehm, klar. Zu seinen schöns­ten Bildern gehören: die Flucht der hl. Familie nach Aegypten, Mariens Besuch bei Elisabeth, eine Madonna mit dem Kinde, Christus im Garten, eine hl. Cäcilia. Sein jüngstes Werk ist ein Altarbild für die Peterskirche in München: in der Mitte Chris­tus im milden Glanze seiner Herrlichkeit, ihm zur Seite rechts und links die hl. Maria und Petrus. Unten mehrere Figuren in anbetender oder flehender Stellung, schön gruppirt.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.


15-11-22 (Glink)