Die bildende Kunst in München (1842) / t_59

Herrmann Anschütz,

geboren 1805 in Koblenz, zuerst in Dresden und dann in Düsseldorf unter Corneli­us sich bildend, mit dem er auch nach München ging und hier zuerst im Odeons­saale das Urtheil des Midas in Fresko ausführte, darauf von dem Könige Ludwig nach Neapel gesandt wurde, um die antiken Wandverzierungen im dortigen Burbo­nischen Museum und in Herkulanum und Pompeji zu studiren, damit er dann in die­ser Weise mehrere Säle im Königsbaue ausschmücken könnte. Diese Aufgabe löste er nach seiner Zurückkunft zur königlichen Zufriedenheit, so wie er auch einige Dar­stellungen zu Anakreons Gedichte im Speisesaale nach Zimmermann, und sonst noch mehrere Bilder ausführte. Mit großem Erfolge widmete er sich in der letzten Zeit der Oelmalerei, wie seine Bilder: Maria mit dem Kinde, Bacchus als Kind und mehrere Bildnisse beurkundeten.

Dr. Johann Michael von Söltl: Die bildende Kunst in München. München, 1842.


28-08-26 (Anschütz)