Deutsches Dichter-Lexikon (1877) / t_1305

Sepp, Johann Nepomuk, Pseudonym Sepp von Laßberg, wurde am 17. August 1816 zu Tölz in Oberbayern geboren, studirte daselbst und in München, wo er sich besonders an Jos. von Görres anschloß. Durch sein »Leben Jesu«, das er dem gleichnamigen Werke von David Friedrich Strauß entgegenstellte, bürgerte sich Sepp zuerst mit seinem Namen unter den Gelehrten ein. Er machte verschiedene Reisen nach Italien, dann eine größere nach dem Orient. Vor derselben hatte er sich schon an der philosophischen Fakultät habilitiert. Er las nach seiner Rückkehr mit außerordentlichem Beifall über Geschichte, wurde aber, dem Ministerium ver­dächtig, von seinem Lehrstuhl entfernt und aus München verwiesen. Nach Aus­bruch der Februar-Revolution in Paris (1848) reiste Sepp dorthin, um ihre Erschei­nungen und Folgen in der Nähe zu studieren. Er wurde nach seiner Rückkunft zum Abgeordneten für das deutsche Reichsparlament gewählt und 1850 als Professor reaktiviert, aber im Dezember 1867 wieder in den Ruhestand versetzt. – Verschie­dene historische, politische Schriften und Reisebeschreibungen.

Dichtungen: Markos Botzaris. Trauersp. in 5 A. Mainz 1860.

Franz Brümmer: Deutsches Dichter-Lexikon. Biographische und bibliographische Mittheilungen über deutsche Dichter aller Zeiten. Unter besonderer Berücksichtigung der Gegenwart. Zweiter Band. Eichstätt & Stuttgart, 1877.


MR-195 (Merz & Sepp)