Deutsches Dichter-Lexikon (1876) / t_750

Erhard, Andreas, wurde 1790 zu Bozen in Tirol von armen Bauersleuten geboren, welche er schon vor seinem 3. Jahre verlor, weshalb er zu einer Bäuerin nach Far­chant in den bayerischen Alpen in Pflege kam. Mit Hilfe und durch Unterstützung der Brüder seiner Mutter, die in verschiedenen Klöstern Ordensbrüder waren, stu­dierte er später in den Klosterschulen zu Ettal und Wildenau und dann auf der Uni­versität Landshut Theologie. Als Klerikalseminarist entzweite er sich mit seinen Vor­gesetzten wegen des Verbots klassischer Studien, und er gab nun das Studium der Theologie auf und widmete sich der Philologie. Der Unterstützung seiner Verwand­ten beraubt, ging er nach München und wurde Hofmeister im Hause des Staalsmi­nisters von Zehntner, durch dessen Vermittelung er auch bald nach Absolvierung seines philologischen Examens Studienlehrer und Präfekt am Knabenseminar in München ward. Von 1826 bis 1844 war er Lehrer am königl. Hofe, von 1824 an auch Lehrer am Gymnasium zu München, wurde dann 1832 Professor der Philosophie an der dortigen Universität und starb als Hofrath am 27. Novbr. 1846.

Dichtungen: Heimeran. Trauersp. in 5 A u. einem Vorspiele: Das Heiligthum. Mün­chen 1819. – Möron. Philosophisch-ästhetische Phantasien in 6 Gesprächen. Ebd. 1826. – Wallace. Histor.-romant. Trauersp. in 5 A. Stuttg. 1831.

Franz Brümmer: Deutsches Dichter-Lexikon. Biographische und bibliographische Mittheilungen über deutsche Dichter aller Zeiten. Unter besonderer Berücksichtigung der Gegenwart. Erster Band. Eichstätt & Stuttgart, 1876.


15-01-47 (Erhard)