Deutsches Dichter-Lexikon (1876) / t_672

Daxenberger, Sebastian Franz von, wurde am 3. Oktober 1809 in München als der Sohn eines Kupferschmieds geboren. Er studierte daselbst sowie in Berlin und Göt­tingen die Rechte und trat als Praktikant beim Landgericht Au in den Staatsdienst. Im Jahre 1833 wurde er Accessist im Ministerium des Innern und 1835 Sekretär des Kronprinzen, nachmaligen Königs Max II. Nachdem er dann 1843 zum Regierungs­rath befördert worden und als solcher drei Jahre lang das Amt eines Censors ver­waltet hatte, ward er im April 1847 Oberkirchen- und Schulrath und im Dezember d. J. Ministerialrath im Ministerium des königl. Hauses und des Aeußern. Im Januar 1849 als Abgeordneter zum Parlament in Frankfurt gewählt, gehörte er zu den Ver­tretern der konstitutionellen Monarchie und möglichster Selbständigkeit Bayerns. Durch Verleihung des Ordens der bayrischen Krone erhielt er 1851 den persönli­chen Adel; später wurde er Mitglied des Staatsraths.

Dichtungen, meist unter dem Pseudonym Karl Fernau: Die Sendlinger Schlacht am Christtage 1705. Romant. Gedicht. München 1834. 2. Aufl. 1842. – Münchener Tau­send und Eins. Mythische Gedichte. Ebd. 1835. – Edgar, oder: Blätter aus dem Le­ben eines Dichters. Ebd. 1838. – Der Tod Shakespeares. Dramat. Bruchstück. Ebd 1833. – Das Fest der Musen. Lyrisches Spiel. Ebd. 1844. – Gedichte. Regensb. 1845. – Ungedruckte Dramen: Bestrice Cenci. – Ulrich Schwarz. – Bianca Capello.

Franz Brümmer: Deutsches Dichter-Lexikon. Biographische und bibliographische Mittheilungen über deutsche Dichter aller Zeiten. Unter besonderer Berücksichtigung der Gegenwart. Erster Band. Eichstätt & Stuttgart, 1876.


01-01-08/09* (Daxenberger)