Deutsches Dichter-Lexikon (1876) / t_1482

Reinhard, Karl, geboren 1763 im Gotha’schen, diente drei Jahre unter den hessi­schen Truppen in Amerika als Lieutenant und ging 1787 zum Theater über. Er spiel­te in Bonn und Köln, kam 1792 nach Hamburg zum Schröder’schen Theater und trat hier mit vielem Beifall in Liebhaber-, Helden und Charakterrollen auf. Im Jahre 1797 begab er sich nach Frankfurt, dann nach Hannover, wo er mit Elise Bürger (s. d.) in einen literarischen Streit verwickelt wurde. Er errichtete dort auf Befehl der Regierung ein stehendes Theater mit ganz abweichernder Einrichtung. Nach der französischen Besetzung des Landes ging er 1803 nach Berlin, 1805 nach München, wo er sich die Achtung und Liebe des Publikums erwarb.. Er starb daselbst am 24. Dezbr. 1837.

D.: Der Pasquillant, oder: Es lebe Friedrich der Große. Schausp. in 2 A. Braunschw. 1792. – Heinrich der Löwe. Schausp. in 5 A. Ebd. 1793. – Zwei Schauspiele. (Schein­verbrechen. – Die Tugend unter den Barabren.) Hamb. 1795.

Franz Brümmer: Deutsches Dichter-Lexikon. Biographische und bibliographische Mittheilungen über deutsche Dichter aller Zeiten. Unter besonderer Berücksichtigung der Gegenwart. Eichstätt & Stutt­gart, 1876.


09-01-31* (Reinhard)