Deutsche Rundschau (1894) / t_27

Vom Kätzchen. Bilder und Skizzen von Julius Adam. Text von F. van Osterwyck. München. Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft (vormals Friedrich Bruck­mann).

Nachdem der englische Naturforscher Thom. H. Huxley die robuste Kraftnatur des britischen Menschenschlages den Katzen auf ihr Verdienst-Conto gesetzt hat, er­scheint es überflüssig, irgend eine Ehrenbezeugung, die diesen zierlichen Vierfüß­lern gezollt werden mag, noch zu rechtfertigen. Aber auch wenn die Katzenfreunde auf diesen Ruhmestitel ihrer Lieblinge verzichten, so bleibt denselben noch immer so viel historisch beglaubigtes Ansehen, so viel Verdienst in moralischer, ästheti­scher und intellektueller Hinsicht, so viel vorbildliche Anmuth, daß eine Codificati­on aller ihrer Rechtsansprüche auf eine hervorragende Stellung im Thierreich nur als endliche Tilgung einer lange verschobenen Schuld gegen diese liebenswürdigen Sammetpfötchen angesehen werden darf. Zu dieser Genugthuung haben sich der wohlberufene Thiermaler Julius Adam und ein geistreicher Causeur F. van Oster­wyck mit dem Verleger verbunden und ein künstlerisch und typographisch wahr­haft glanzvolles Büchlein hergestellt, das wir – zu ihrer Freude – namentlich unsern werthen Frauen warm empfehlen dürfen. Aber auch den Männern, zumal den un­verheiratheten. Denn wie heißt es in dem alten Sprüch- und Wahrwort? »Wer keine Katze leiden mag, bekommt keine schöne Frau!«

Deutsche Rundschau. Berlin, Oktober 1894.


27-01-25 (Adam)