Der Volksbote für den Bürger und Landmann (25.5.1852) / t_1455

Eingeschmolzene Tapetenfenster für Kirchen.

685. Zu dem früheren Inserate im Volksboten vom 5. Februar l. Js. glaube ich noch Nachstehendes anfügen zu dürfen:

Vom Jahre 1826 bis 1832 war ich in der königl. Glasmalerei-Anstalt mit Zusammen­setzung der Glasmalereien für den Regensburger Dom beauftragt, war die ersten zwei Jahre ganz allein damit beschäftigt und erwarb mir laut amtlichem Zeugnisse die vollkommenste Zufriedenheit – Im Jahre 1833 schmolz ich meine ersten Glasma­lereien selbst ein, bekam auch viele Bestellungen auf Glastafeln mit Arabesken von einem Durchmesser von 22-28 Zoll und errang mit den Beifall aller, welche die Schwierigkeit solcher Arbeit beurtheilen können. – In den Jahren 1835 und 1836 führte ich für eine hohe Herrschaft eine große Bestellung zur Zufriedenheit aus, be­reiste dann, weil zudieser Zeit für Privatarbeiten die schönen rothen und grünen Glastafeln schwer zu bekommen waren, mehrere Glasfabriken, und eignete mir mit vieler Mühe und großen Kosten nach vielfachen Versuchen alle Vortheile der Schmelzung des Farbenglases an. Hierüber erhielt ich zwei besonders ehrenvolle Zeugnisse, darunter eines von einer oberösterreichischen Amtsbehörde. – Im Jahre 1841 erhielt ich durch die Gnade Sr. Maj. des Königs Ludwig eine Unterstützung zum Zwecke weiterer Ausbildung und Vervollkommnung meiner Kunst. Mehrere meiner Arbeiten wurden bei dem Centralverwaltungsausschusse des polytechni­schen Vereins für Bayern geprüft und laut dessen Zeugniß als vollkommen dauer­haft und unangreifbar erklärt.

Ermuntert durch diese für mich so rühmliche Anerkennung erachte ich es für Pflicht, mir in allen diesen Arbeiten besondere Mühe zu geben, um die Zufrieden­heit aller löblichen Kirchenverwaltungen und anderer Kundschaften auch ferner zu erhalten, so wie ich mich derselben seit vielen Jahren zu erfreuen hatte, und bitte, mich mit weiteren geneigten Aufträgen zu beehren.

Joseph Dopfer, Glasermeister, Färbergraben Nr. 19.

Der Volksbote für den Bürger und Landmann No. 123. Dienstag, den 25. Mai 1852.


01-01-36 (Dopfer)