Der Bayerische Landbote (27.7.1831) / t_1717

Auswärtig gestorben.

Zu Kempten starb am 17. Juli Frau Maria Regina Leeb, geb. Zorn, Strumpffabrikan­tens Wittib von Memmingen, (gebürtig von Kempten) an ihrem Geburtstage im vollendeten 77sten Jahre, an Altersschwäche.

Die Vollendete hatte beim Eintritt des Greisenalters ihre Kinder in 3 Welttheilen zerstreut, und sämmtlich ehrenvoll und gut versorgt. Der älteste Sohn: Johann Lud­wig Leeb, lebte in Süd-Afrika in der Colonie Graaf-Reinette, als engl. Gouverne­ments-Feldmesser. Ein zweiter Sohn, Johann Leonhard Leeb, lebte in Amerika in Rio-Janeiro, Hauptstadt des brasilianischen Kaiserthums, als kaiserl. Ober-Lieute­nant, wo er Anno 1826 starb. Anno 1821 ging er, als kgl. bayr. Ober-Lieutenant und Adjutant, mit einem 2jährigem Urlaub versehen, von Europa zu seinem Bruder nach Afrika, verweilte allda 3 Jahre und suchte endlich sein Grab in Amerika. Zwei Söhne: Johannes Leeb, Bildhauer in München, und Johann Georg Leeb, Zeug­fabrikant und Armenpflegschaftsrath in Memmingen; dann eine Tochter, Maria, Gattin des bgl. Magistrats-Raths Röblin in Kempten, lebten in Europa.

Ihr Bruder Zorn, starb vor wenigen Jahren als engl. Landdrost in der Colonie Cap auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung.

Sie lebte beinahe ein viertel Jahrhundert im Wittwenstand; war eine christliche und rechtschaffene Frau.

Der Bayerische Landbote Nro. 199. München, Mittwoch, den 27. Juli 1831.


07-10-15 (Leeb)