Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart (1884) / t_985

Köckert, Julius, Historien- und Genremaler, geb. 5. Juni 1827 zu Leipzig, erhielt den ersten Kunstunterricht auf der Akademie in Prag unter Ruben und zog 1850 nach München, wo er zunächst mit Genrebildern und heitern, idyllischen Scenen aus dem bayrischen Gebirgsleben beschäftigt war, bis er mit geschichtlichen Fresken im Nationalmuseum beauftragt wurde, denen bald nachher das große Ölbild: Ha­run al Raschid (im Maximilianeum) folgte. Inzwischen hatte auch Kaulbach ihn beauftragt, seine für das Maximilianeum bestimmte Schlacht bei Salamis nach des­sen Entwurf auszuführen, so daß von diesem viel besprochenen Bild nur weniges von Kaulbachs eigner Hand herrührt. Einen ebenso wesentlichen Anteil hatte K. an der Ausführung des Kaulbachschen Freskobilds im Germanischen Museum. Später kehrte er, nachdem er mehrere große Altargemälde gemalt hatte, zum Genre und zu landschaftlichen Darstellungen zurück. Von seinen bedeutendern Genrebildern sind zu erwähnen: die Sonnenwendfeier in den Alpen, Heuernte am Chiemsee, El­fenreigen, Hero und Leander. Viele seiner Bilder gingen nach Amerika und nach England. Auf der Landesindustrieausstellung zu Teplitz 1879 erhielt er die silberne Ehrenmedaille.

Dr. Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon der Gegenwart. Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke. Leipzig, 1884.


27-10-03 (Köckert)