Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhundert (1868) / t_71

Ludwig Aurbacher

wurde geboren am 26. Aug. 1784 zu Türkheim in Schwaben, der Sohn eines armen, aber frommen Nagelschmieds, kam im 12. Jahr als Gymnasiast und Singknabe ins Benediktinerseminar zu München, dann, weil sein Vater hier die Kosten nicht be­streiten konnte, ins Kloster Ottobeuren, wo er einen Freiplatz erhielt, trat am 18. Okt. 1801 ins Noviziat, begab sich, da dieses Kloster 1801 aufgehoben wurde, in das vorderösterreichische Stift Wiblingen. Hier wurde er krank, auch sagte ihm der Aufenthalt im Kloster nicht mehr zu, er trat darum während des Noviziates aus, war dann 1804-1808 Hofmeister bei dem Stiftskanzler in Ulm, wurde zu Ostern 1809 Professor des deutschen Styls und der Aesthetik am k. Kadettenkorps in München und bekleidete diese Stelle bis 1834, wo ihn zunehmende Kränklichkeit in den Ru­hestand zu treten nöthigte. Er starb unverheirathet an einer Nervenlähmung den 25. Mai 1847.

A. ist als Sprachforscher, Jugend- und Volksschriftsteller, Volksdichter, Dramatiker, Epiker, Lyriker bekannt. – Autobiogr., herausg. von Fr. Beck.. München. Meusel 22, 88. N. Nekrolog 25, 383 aus der Augsb. Allg. Zeitung 1847. Nr. 166 Beilage (von Fr. Beck). Maßmann in den Heidelberg. Jahrb. 1827. Nr. 33 f. Brühl 495. Brugier 521.

Lehrb. d. deutsch. Styls. Mn. 1817-1818. 2. Abthl. 2. A. 1822. – Blätter f. Erziehung u. Unterricht zunächst in Volkssch. Mn. 1818. – Andeutungen zu einer neuen u. ein­fachen Entwicklung d. Psychologie. Mn. 1819. – Grundlinien d. Rhetorik. Mn. 1820. 2. A. 1838. – Grundlinien d. Rhetorik u. Poetik. Mn. 1821. 2. A. 1838. – Ueber d. Me­thode d. rhetor. Unterrichts. Mn. 1821. – Grundlinien d. Psychologie. Mn. 1824. – Das Fest aller Bayern, Gedicht z. Feier d. 25j. Regierung Sr. Maj. d. Königs. Mn. 1824. – Dramat. Versuche. Mn. 1826. – Des Angelus Silesius h. Seelenlust, od. geistl. Hirtenlieder, übers. Mn. 1826. Dessen Perlenschnüre. Mn. 1831. – System d. deutsch. Orthographie. – Philolog. Belustigungen. – Novellen. – Lyr. Gedichte.

Anonym: Anthologie deutscher kath. Gesänge älterer Zeit. L. 1830. Fortsetzung: Deutsche k. Ges. aus ä. Z. F. 1833. – Ein Volksbüchlein, enth. d. Gesch. d. ew. Ju­den, d. Abenteuer d. 7 Schwaben, nebst vielen andern erbaul. u. ergötzl. Historien. 2. A. Mn. 1835. – Des Volksbüchleins 2. Thl., enth. d. Gesch. d. Dr. Faustus, d. Abenteuer d. Spiegelschwaben, nebst v. a. n. u. a. G. 2. A. Mn. 1839. – Pädagog. Phantasien. Mn. 1838. – Kleines Wörterbuch d. deutsch. Sprache. Sz. 1838. – Dich­tungen in Versen u. Prosa in d. Charitas N. F. 1842-44; Aufsätze in verschied. Zeitschr.

Joseph Kehrein: Biographisch-literarisches Lexikon der katholischen deutschen Dichter, Volks- und Jugendschriftsteller im 19. Jahrhundert. Zürich, Stuttgart und Würzburg, 1868.


21-13-38 (Aurbacher)