Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_996

Lachner Franz, Dr. phil. h. c., von, 1803 (Rain am Lech/Schwaben) 1890, Komponist und Generalmusikdirektor; humanistisch gebildet, wirkte L. seit 1822 als Organist in Wien, wurde später Kapellmeister am Kärtnertortheater (Schüler von Sechter, Abt Stadler und Freund Franz Schuberts), 1834 kam er als Kapellmeister nach Mannheim und 1836 als Hofkapellmeister (seit 1852 Generalmusikdirektor) nach München; Wagners Vorherrschaft löste seine bis dahin tonangebende Stellung bei Hof ab; in seinen Orchestersuiten ging L. vielfach von Bach und Händel aus, in der Kirchenmusik (Messen, Psalmen, Motetten u. a.) wegen des Adels seiner Empfin­dungen und Sicherheit seiner Technik (Meister des Kontrapunkts) wurde er sehr ge­feiert; L. komponierte auch Lieder, Symphonien, Opern (Die Bürgschaft, Alidia, Ca­tarina Cornaro und Benevenuto Cellini) und Oratorien; vor R. Wagner galt L. als der »Fürst der Musik« in München.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


10-06-55 (Lachner & Riemerschmid)