Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_979

Kobell Franz, Dr. nat., von, Ritter, 1803 (München) – 1882, Mineraloge, Universitäts­professor und Dialektdichter; nach Studien in Landshut (Rechte) und der Mineralo­gie in München (bei J. N. von Fuchs) sowie einem Praktikum an der mineralogi­schen Staatssammlung in München wurde K. Professor der Mineralogie und Kon­servator der mineralogischen Staatssammlung; als Mineraloge ist K. einer der vor­züglichsten Vertreter der eigentlichen mineralogischen und kristallographischen Zweige der Anorganologie (= Lehre von den leblosen Wesen) und Erfinder der Gal­vanographie (zusammen mit Graf von Pocci); der Nachwelt bekannt ist er vor allem durch seine Gedichte in pfälzischer (sein Vater kam unter Karl Theodor von Mann­heim nach Bayern) und oberbayerischer Mundart, die ganz natürlich, humorvoll, zart und phantasievoll sind.

Hauptwerke: Charakteristik der Mineralien, Tafeln zur Bestimmung der Mineralien mittelst chemischer Versuche, Galvanographie, Lehrbuch der Mineralogie, Ge­schichte der Mineralogie, Erinnerungen an meine Freunde in Altengland, Triphylin, Gedichte in oberbayerischer Mundart, Gedichte in pfälzischer Mundart, hochdeut­sche Gedichte, Der Hausl vo’ Finsterwald, Oberbaierische Lieder mit ihren Singwei­sen, Erinnerungen in Gedichten und Liedern.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


MR-216 (Kobell & Urlaub)