Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_950

Keller Albert, von, 1844 (Gais/Schweiz) – 1920, Genre- und Porträtmaler und Aka­demieprofessor; K. studierte anfangs in München Rechte, kam aber unter F. von Lenbach, L. von Hagn und A. von Ramberg auf die Kunstakademie; sie bestimmten seine Richtung wesentlich, durch Ramberg ergaben sich Beziehungen zu Leibl und dessen Freunden, dann näherte sich K. auch dem gefeierten Piloty-Schüler Makart; im Herbst 1869 begann er in seinem Münchner Atelier mit kleinen Interieurdarstel­lungen aus eleganten Gesellschaftsräumen mit Bildnissen aristokratischer Damen, Gartenbildern und Parkszenen; durch lange anatomische Studien vorbereitet, schuf K. 1885 die Auferweckung des Töchterleins von Jairi; seine Bilder sind von raffinier­ter sensibler Farbengebung, inhaltlich am besten die Gruppen- und Einzelbilder aus der mondänen Gesellschaft (Dinner, Souper, Badeleben in Wyk, Gattin des Künstlers), sein eigenartiger Hang zum Okkultismus (Schlaftänzerin Madeleine, He­xenschlaf) geht oft an die Grenze des Frivolen (Kreuzigung, Märtyrin, Einladung).

Andere Werke: Audienz bei Ludwig XV., Chopin, Urteil des Paris, römisches Frauen­bad (sie wurden zum Großteil in Photogravuren überliefert).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-023 (Keller vom Steinbock)