Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_873

Hauschild Wilhelm Ernst Ferdinand Franz, 1827 (Schlegel, Grafschaft Glatz) – 1887, Historienmaler und Akademieprofessor; nach Ausübung des väterlichen Weber­handwerks bildete sich H. später in München bei Ph. von Foltz und namentlich bei J. Schlotthauer zum Historienmaler aus; nach kurzem Studienaufenthalt in Paris ließ er sich dauernd in München nieder; Maximilian II. zog ihn zur Ausstattung des alten National-(heute Völkerkundlichen) Museums an der Maximilianstraße heran, für das er acht Fresken schuf; bald darauf erhielt er für die historische Galerie des Maximi­lianeums das Ölgemälde der Kreuzigung Christi in Auftrag; er betätigte sich so­dann auf dem Gebiet der religiösen Kunst mit Altarbildern für bayerische Kirchen, besonders mit den Fresken für die Gruftkirche der rumänischen Fürstenfamilie Stourdza am Michaelisberg bei Baden-Baden und die Schloßkapelle in Berg; später wurde H. unter Ludwig II. mit der Ausstattung der Schlösser Linderhof, Berg, Her­renchiermsee und Neuschwanstein betreut; für seine Heimatkirche Schlegel stiftete der Künstler einen von ihm selbst geschaffenen Kreuzweg.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


17-12-50 (Hauschild & Holzmaier)