Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_835

Görres Guido, Dr. phil., 1805 (Koblenz) – 1852, Philologe, Schriftsteller und Dichter; vielseitig begabt und gebildet, teilte er mit seinem Vater Joseph G. die Neigung zu politisch-publizistischer Wirksamkeit; den »Historisch-politischen Blättern« widmete er seine beste Kraft, engverbunden mit der Münchner Spätromantik und ihren Künstlern, wie W. von Kaulbach und Franz Graf von Pocci, mit dem er den »Festka­lender in Bildern und Liedern« (3 Bde., 1835-39) und das »Deutsche Hausbuch« (1846/48) herausgab; seine Dichtungen, besonders die »Marienlieder« (1843, 3. Aufl. 1853) (darin: »Maria, Maienkönigin«, »Es blüht der Blumen eine«) und die »Geistlichen Lieder« (1845), sind vom späten C. M. von Brentano beeinflußt, der ihm die Herausgabe seiner Märchen anvertraute; G. war auch ein bedeutender Sprachforscher, der aber seine Tätigkeit auf diesem Gebiet nicht weiter entfalten konnte, seine Übersetzung der »Nachfolge Christi« wird heute noch sehr ge­schätzt; er blieb sein ganzes Leben lang als Mitarbeiter seines so berühmten Va­ters, den er nur wenige Jahre überlebte, in dessen Schatten.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


MR-343 (Biegeleben & Ferstl & Görres & Jochner & Radl & Steingaß)