Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_818

Gärtner Friedrich, von, 1792 (Koblenz) – 1847, Baukünstler, Akademieprofessor, Oberbaurat und Generalinspektor der architektonischen und plastischen Kunst­denkmäler in Bayern sowie Direktor der Akademie der Bildenden Künste; Sohn ei­nes Hofbauintendanten, studierte G. in München und Paris, bereiste 1814/18 Itali­en, 1820 Holland und England und wurde dann Professor der Architektur in Mün­chen, 1822 künstlerischer Leiter der Münchner Porzellanmanufaktur und der Glas­malerei-Anstalt; die Schöpfungen dieses Schülers von K. von Fischer sind vor allem Ausdruck byzantinisch-mittelalterlicher Baukunst und der Renaissance.

Hauptwerke: in München: Ludwigskirche, Bayerische Staatsbibliothek, Blindeninsti­tut, Georgianum, Max-Joseph-Stift, Universität, Feldherrnhalle, Siegestor, Monu­mentalbrunnen vor der Universität, Wittelsbacher Palais; Pläne zur Befreiungshalle bei Kelheim, zum Kurhaus in Bad Brückenau und zur Residenz in Athen; G. prägte München für künftige Geschlechter den Stempel seines von barocker Kultur beein­flußten romantischen Geistes auf; dieser im Rahmen christlich-abendländischer Konzeption schaffende Künstler wurde im Lauf der Zeit immer mehr von seinem Kollegen L. von Klenze verdrängt, und ein merkwürdiges Schicksal hat diese im Le­ben so verfeindeten Männer im Tode so nahegerückt (G. liegt fast unmittelbar ne­ben Klenze bestattet).

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


NA-175 (Gärtner)