Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_791

Förster Ernst, Dr. phil., 1800 (Münchengosserstädt/Thüringen) – 1885, Historienma­ler, Kunstschriftsteller und Hofrat; F., Schwiegersohn Jean Pauls, war Mitglied der berühmten Jenaer Burschenschaft und mußte auch für die Teilnahme am Wartburg­fest büßen; mit P. von Cornelius und W. von Kaulbach war er nach München über­gesiedelt; ein vollendeter Zeichner und Kunstbeschreiber, holte er nach, was Ram­boux von Köln in seinen artistischen Aufnahmen italienischer Fresken und sonstiger Gemälde in Italien entgangen war; als Anhänger einer neuen Kunstbewegung trat F. mit seiner Kunstgeschichte bewußt der Kunstwelt Goethes entgegen; von seiner Beziehung zu Ludwig I. zeugt ein Stoß eigenhändiger Briefe des Königs; er wurde der eigentliche Kunstschriftsteller, der für den Kronprinzen Max (II.) altitalienische Meister kopieren mußte.

Hauptwerke: Beiträge zur italienischen Kunstgeschichte, Handbuch einer Reise nach Italien (als Cicerone für Kunstreisende), München, Deutschland, Denkmale der deutschen Baukunst, Bildnerei und Malerei vor Einführung des Christentums bis auf unsere Zeit, Geschichte der modernen Kunst.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


12-04-43 (Förster)