Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_710

Dillis Johann Georg, von, 1759 (Grüngibing bei Haag, Lkr. Wasserburg/Obb.) – 1841, Land­schaftsmaler und Zentral­galerie­direktor; er studierte in Ingolstadt Theo­logie und wurde 1782 Priester, später bildete er sich zum Landschafts- und Bildnis­maler, u. a. bei Oefele, in München aus; 1786 war er Zeichenlehrer der Edelknaben, wo er die Be­kannt­schaft mit dem Grafen Rumford und anderen Adeligen sowie mit den Künstlern K. von Hess, Ferdinand und Franz von Kobell machte; es entstand eine Reihe bedeutender Aqua­rel­le aus der Umgebung von München, Kunstreisen an Rhein und Main ver­voll­stän­dig­ten seine künstlerische Entwicklung; seit 1790 war D. Galerieinspektor in München, von Reisen nach Prag, Wien und Italien stammen Landschaftsbilder; während der Na­po­leo­ni­schen Kriege rettete er die Gemälde­sammlung nach Ansbach; er erwarb in Frankreich und Italien und aus der Samm­lung der Brüder Boisserèe wertvolle Stücke für die Alte Pinakothek, auch beteiligte er sich mit Mannlich an der Her­bei­schaffung der Ge­mälde aus den aufgehobenen Klöstern; von Ludwig I. sehr gefördert, führte D. die Ausscheidung, Ordnung und Neuaufstellung der Gemälde in Nürnberg, Bamberg, Würzburg und Aschaffenburg durch, seit 1822 war er Zentral­galerie­direktor; seine Land­schafts­bilder sind von Rembrandt, Ruysdael u. a. Niederländern beeinflußt.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


13-02-22/23 (Dillis)