Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_677

Deckelmann Andreas, 1820 (Nordhalben/Ofr.) – 1882, Historien- und Porzellanma­ler; Sohn eines Uhrmachers, lernte der 14jährige D. schon in der Schmidschen Por­zellanmalerei in Bamberg, später an der Münchner Kunstakademie bei J. von Schnorr, wo er Kartons (Tod des Cheruskerfürsten Sigmar) und bei M. von Schwind Ölbilder (Macbeth und die Hexen) malte; um Mittel für eine Studienreise zu verdie­nen, betätigte er sich nebenbei in der Porzellanmalerei (Bildnisse der Königin Vikto­ria von England mit dem Prinzen Albert und anderen Mitgliedern des englischen Hauses auf einer Vase in der Porzellanmanufaktur), ferner durch Kopierung alter Meister für die Kunsthandlung von Wimmer-Humplmayr; nach einem dreijährigen Aufenthalt in Italien schuf er Ölbilder (Ludwig der Eiserne züchtigt die Raubritter) und Fresken (Episoden aus der Geschichte Ludwigs des Bayern für die historische Galerie des königlichen Wittelsbacher-Museums); später lieferte D. vorzügliche Porzellanplatten für F. Thalmayer, teils nach eigenen Kompositionen, teils nach be­kannten Bildern von F. von Defregger.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


03-04-43 (Deckelmann)