Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_675

Daxenberger Sebastian Franz, Dr. jur., von, 1809 (München) – 1878, Ministerialrat und Dichter (Pseudonym Karl Fernau); Sohn eines Münchner Kupferschmieds, stu­dierte F. in München, Berlin und Göttingen Rechte (Studienfreund des späteren Max II.!), trat dann in den bayerischen Staatsdienst, wurde 1835 Sekretär des Kron­prinzen Maximilian, 1843 Regierungsrat, 1847 Oberkirchen- und Schulrat sowie Mi­nisterialrat im Ministerium des Äußern; dieser Frankfurter Parlamentarier redigierte die königliche Proklamation vom 6. III. 1848, seit 1866 war er Staatsrat; von 1841-1847 leitete D. das von E. von Schenk begründete poetische Taschenbuch »Chari­tas«, das mit Beiträgen von König Ludwig I., M. Diepenbrock, A. Fürstin Gallitzin, A. von Maltitz, C. F. Ph. von Martius, F. Rückert, G. H. von Schubert, Kronprinz Ma­ximilian, L. Aurbacher, Graf Pocci, F. W. Thiersch u. a. in München erschien; auch selbständig trat D. als Dichter in den Rahmen der Spätromantiker hervor.

Hauptwerke: Ode, den Manen der 1812 in Rußland gefallenen Bayern gewidmet, Die Sendlinger Schlacht (Gedicht), Die Schlacht bei Aydenbach, melodramatisch komponiert von E. Rottmanner, Münchener Hundertundeins, Weibliche Bildnisse, Gedichte.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


01-01-08/09* (Daxenberger)