Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_617

Bürklein Georg Christian Friedrich, 1813 (Burk/Mfr.) – 1872, Baukünstler, Oberbau- und Generaldirektionsrat; nach Beendigung der Gymnasial- und Universitätsstudien kam B. nach München, wo er Schüler F. von Gärtners wurde und gänzlich mittellos sich durch Zeichenunterricht fortbrachte; seinen Meister unterstützte er bei vielen Bauten, vor allem beim Salinen- und Münzgebäude; der erste, 1847 bis 1849 erbau­te, Münchner Hauptbahnhof, in dem er den romanischen Baustil den modernen Verhältnissen sehr gelungen anpaßte, war sein hervorragendstes Werk; die Leis­tung gefiel Max II. so sehr, daß er B. veranlaßte, einen neuen eigentlichen Baustil (Übergang von nordfranzösischer Gotik zur Renaissance) zu schaffen, den soge­nannten Max-II.-Stil, der der Maximilianstraße in München ihr Gepräge verliehen hat (mit Regierung von Oberbayern und Maximilianeum, beide von B. erbaut); be­rufliche Enttäuschungen – die Sinnesänderung seines Königs beim Bau des Maximi­lianeums – und Überarbeitung sowie familiäre Sorgen – drei Söhne standen im Krieg 1870/71 – verursachten oder förderten wohl ein Gehirnleiden, dem B. im Irrenhaus Werneck erlegen ist; er zählt zu den bekanntesten wie allerdings auch zu den sei­nerzeit schon meist angefochtensten Baumeistern der Ära Max’ II., »sein Name er­zählt von den merkwürdigen Kunstwünschen seines Fürsten Max II., dem er die ausführende Hand verlieh« (S. von Pölnitz).

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


13-01-07 (Bürklein)