Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_593

Bruckbräu Friedrich Wilhelm, 1791 (München) – 1874, Zollbeamter, Dichter und Schriftsteller; er studierte in München, leitete 1817 die »Eos«, 1829–1833 den »Bayerischer Beobachter«, »Eichenkron« 1832/33 und das »Münchner Konversati­onsblatt«, wurde 1833 Oberzollverwalter in Burghausen und lebte zuletzt wieder in München; er war auch der Herausgeber des »Taschenbuch für Reisende« (1855), Dichter und Übersetzer (u. a. von italienischen Operntexten); obwohl B. viele wert­volle Schriften verfaßte (Hauptwerke: Maria von Brabant, [Trauerspiel], Petrarcas Kanzonen, Sonette usw. – übersetzt – J. Thomsons Jahreszeiten, übersetzt, Jesus und die Jungfrau, Erzählungen, Novellen und Sardellen, Allgemeines Hilfsbüchlein in Schreib- und Rechnungsgeschäften, Der bayrische Hiesel, Burg Schwaneck und Meister Schwanthaler, Geschichte der Mariensäule, Ehrenspiegel des glorreichen Hauses Wittelsbach u. a.), so war er doch einer von denen, die stets vom Skandale lebten; Schriften wie Gardinenseufzer, Papst im Unterrock, Galantes München las­sen bei Nennung die Haut eines gebildeten Menschen schaudern; B., der sich gern als Opfer der Verfolgungen mächtiger Feinde darstellte, wurde wegen seiner un­sauberern Schriftstellerei zeitweise von München entfernt und als Zollbeamter in entlegene Gegenden versetzt, wogegen er anfangs heftigen, aber erfolglosen, Wi­derstand leistete.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


19-13-01 (Bruckbräu)