Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_590

Braun Reinhold, 1821 (Altenstein/Baden) – 1884, Schlachten-, Panorama- und Pfer­demaler; er studierte am Stuttgarter Polytechnikum, wo er die Lithographie erlern­te und bei Truppenübungen eifrig Pferdestudien und Malerei betrieb; als Schlach­tenmaler erhielt B. die Einladung, im Hauptquartier des Prinzen Wilhelm von Preu­ßen an den strategischen Operationen gegen den Badischen Aufstand (1849) teil­zunehmen, er war dabei Zeuge der Belagerung und Übergabe von Rastatt und mal­te ein großes Aquarell mit dem Prinzen und dessen Gefolge sowie vom Husarenge­fecht bei Wiesenthal; in Stuttgart schuf B. für die Kronprinzessin Olga dreißig Gen­rebilder aus dem schwäbischen Volksleben mit Trachten, Gebräuchen, Jahrmärkten und Festen; die sichere Zeichnung, naturhafte Farbe und delikate Ausführung sei­ner Pferdebilder verschafften ihm den Ehrennamen eines »schwäbischen Wouwer­mann«; 1872 übersiedelte B. nach München; in allen Kunstvereinen und Ausstellun­gen fanden seine Bilder Aufnahme und Verbreitung durch Holzschnitt und Photo­graphie; bald wurde sein Name auch im Ausland bekannt; sein Bruder Louis B. (1836–1916, liegt im Alten Nördlichen Friedhof auf 3-1-20) wurde durch ihn zum Schlachtenmaler ausgebildet.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


42-12-27 (Braun)