Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_543

Bernatz Johann Martin, 1802 (Speyer) – 1878, Architekturmaler; nach Besuch der Bauschule in Wien kam B. 1829 nach München; auf vielen Wanderungen durch Niederbayern, Württemberg und die Rheinpfalz machte er Aufnahmen von Kirchen, Klöstern und Römerbauten, die er zu vielen Ölbildern und Aquarellen verarbeitete und sich durch gewissenhafte Treue und Sorgfalt der Durchbildung auszeichnen; 1836/37 zog B. mit Dr. G. H. von Schubert über Konstantinopel nach Ägypten und zeichnete dabei alle merkwürdigen Bauwerke und Ansichten ab, die er z. T. als Bil­der aus dem heiligen Lande, nach der Natur gezeichnet (40 Blätter), herausgab; später beteiligte er sich im Auftrag der englisch-indischen Regierung an einer wis­senschaftlichen Expedition nach Abessinien; als Produkt davon entstanden »Scènes in Ethiopia« in Steindruck; diese Arbeit verschaffte B. Autorität, so daß in der nächsten Folge kein Reisebuch ohne Bs. Illustrationen war; für König Friedrich Wil­helm IV. von Preußen malte B., der seit 1846 in München blieb, eine kostbare Sammlung der merkürdigsten Skizzen zur Länder- und Völkerkunde.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


28-10-18 (Bernatz)