Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_527

Bausewein Kaspar, 1838 (Aub/Unterfranken) – 1903, Hofopern- und Kammersänger; er sollte Schneider wie sein Vater werden, wollte aber nicht; im Lehrerseminar zu Würzburg erkannte man seine musikalischen Fähigkeiten, so kam er nach München, wo F. von Lachner von seinem Baß so überrascht war, daß er ihn sofort dem Intendanten des Hoftheaters empfahl; B. kam in den Opernchor, er wollte aber Solosän­ger werden und ging deshalb zu dem berühmten Tenor Dr. Härtinger; 1858 wurde B. für die Münchner Oper engagiert; der Sarastro war seine erste Solorolle; musika­lisch durch und durch, beherrschte er das ganze seriöse und Buffobaßfach, war Meister im Kontrapunkt, spielte Gitarre und blieb dabei als das nützlichste Mitglied der Oper mit einer geringen Gage zufrieden; B. war der erste Pogner in den Meis­tersingern, der erste Fafner in Rheingold, der erste Hunding in der Walküre; bei den anstrengenden Wagner-Aufführungen zog er sich eine Stimmbändererkran­kung zu; mit Fra Diavolo nahm B. 1900 von der Bühne für immer Abschied; durch seinen zündenden Humor und seine geistvolle Gestaltungsweise konnte er alle fes­seln.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


31-02-34 (Bausewein)