Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_427

Siebold Karl Theodor Ernst, von, Dr. med., 1804 (Würzburg) – 1885, Mediziner, Zoo­loge und Universitätsprofessor; S. studierte in Göttingen und Berlin und wurde 1831 Kreisphysikus in Heilsberg in Ostpreußen, 1835 Direktor der Hebammen- und Entbindungsanstalt in Danzig, wo er 1839 auch das Stadtphysikat übemahm, 1840 wurde er Professor der Physiologie und vergleichenden Anatomie in Erlangen, 1845 in Freiburg i. Br., 1850 in Breslau; zur Gründung eines Physiologischen Insti­tuts wurde S. 1853 nach München berufen, wo er Professor der Physiologie, der vergleichenden Anatomie und später der Zoologie, Direktor des Zoologisch-zooto­mischen Kabinetts und Mitglied der BAkdW wurde; er veröffentlichte ein Lehrbuch der vergleichenden Anatomie der wirbellosen Tiere, »Über die Band- und Blasen­würmer«, »Wahre Parthenogenesis bei Schmetterlingen und Bienen«, »Beiträge zur Parthenogenesis der Anthropoden«, worin er nachwies, daß auch aus unfruchtba­ren Eiern sich Tiere entwickeln können, »Die Süßwasserfische von Mitteleuropa« und begründete mit Kölliker 1849 die »Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie«; S. hat sich namhafte Verdienste um die Fortbildung der Naturwissenschaften er­worben, weil er vorzugsweise den inneren Bau, die Lebens- und Fortpflanzungsge­schichte der niederen Tiere aufklärte.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


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