Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_405

Schlagintweit Adolf, Dr. rer. nat., 1829 (München) – 1857 (zu Kaschgar ermordet), Geologe, Privatdozent und Forschungsreisender; Bruder des Hermann Sch. stu­dierte in München und Berlin (mit seinem Bruder Hermann von A. von Humboldt gefördert), erforschte 1846/53, von Hermann und teilweise auch von Robert Sch. begleitet, die Alpen, wobei sie 1851 die höchste Spitze des Monte Rosa bestiegen, dann im Auftrag der Englisch-Ostindischen Compagnie und Friedrich Wilhelms IV. von Preußen bis 1857 Indien; seit 1853 war Sch. Privatdozent der Geologie in Mün­chen; 1855 bestieg er mit Robert Sch. die indischen Riesengletscher und erreichte als erster eine Höhe von 6770 Meter; als er sich 1857 allein im Gebiet von Kaschgar aufhielt, wurde er von verbitterten und abergläubischen Einheimischen ermordet; an ihn erinnert eine Tafel am Familiengrab der Sch. Die Bayerische Graphische Sammlung besitzt mehr als 300 Bilder von seinen Forschungsreisen (Ausstellung 1938).

Hauptwerke: Über die Ernährung der Pflanzen, Untersuchungen über die physikali­sche Geographie der Alpen (zusammen mit Adolf), über den geologischen Bau der Alpen, über die orographische und geologische Struktur der Gruppe des Monte Rosa, Reports of the proceedings of the officers engaged in the magnetic survey of India (mit Hermann und Robert). »Er und seine Brüder Hermann und Robert waren die ersten deutschen Himalaya-Forscher«, verkündet die Erinnerungstafel am Fami­liengrab der Sch.

© Dr. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


02-07-17 (Schlagintweit)