Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_403

Schilcher Franz Sales, von, Ritter, 1766 (Pflugdorf bei Landsberg a. Lech) – 1843, Forstspezialist, II. Präsident des Obersten Rechnungshofs und Staatsrat; Sohn eines Oberförsters, war Sch. seit 1790 Repetitor an der neugegründeten Forstschule in München; 1793 hat er im kurfürstlichen Auftrag drei Jahre lang ganz Deutschland, vor allem die nördlichen Gegenden, bereist, um die Forstverhältaisse zu studieren; er wurde dann Forsttaxator, 1795 Forstkommissar bei der kurfürstlichen Forstkammer in München; von nun an wurde Sch. für Finanzaufgaben verwendet, er war 1799 Generallandesdirektionsrat bei der pfalz-neuburgischen Landesdirektion, 1804 Direktor bei der Landesdirektion in Würzburg, 1806 in derselben Stellung in Bamberg, 1808 Geheimer Finanzreferendär und seit 1817 II. Präsident des Obers­ten Rechnungshofs; Schs. Verdienst liegt in der Organisation des bayerischen Forstwesens; in seinem Werk »Über die zweckmäßigste Methode, den Ertrag der Waldungen zu bestimmen«, vertrat er auf neuer Grundlage die damals schon ver­lassene Methode der reinen Schlageinteilung; das Charakteristische seines Verfah­rens liegt darin, daß er durch geschickte Kombination der Standorts- und Bestan­desbonität die Nachteile der reinen Schlageinteilung zu vermindern suchte.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


AA-60 (Schilcher)