Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_386

Reithmann Christian, 1818 (Moosbrunn bei Fieberbrunn/Tirol) – 1909, Hofuhrma­cher und vielseitiger Techniker; er erlernte bei seinem Vater, einem Tiroler Landuhr­macher und Mühlarzt, das Uhrmacherhandwerk; nach langer Wanderschaft wurde er 1847 Uhrmachergehilfe, bis er ein eigenes Geschäft gründete; hier in München machte R. Versuche über die Wirkungen eines Gemisches von Luft mit Wasserstoff­gas, um durch die Explosionswirkung für einen Motor die Kraftquelle zu verschaf­fen, 1858 waren die Arbeiten so weit, daß er einen kleinen »Zweitakt-Versuchsmo­tor« fertig hatte; 1860 baute R. einen größeren Motor, woraus der »Viertakt-Gas­motor« (Modell im Deutschen Museum) hervorging, 1860 erfand er auch einen neu­en Gang für Uhren, das »freischwingende Pendel« (mit erster Preismedaille auf der Pariser Weltausstellung); weitere Erfindungen Rs. sind die pneumatischen oder Luftdrucktelegraphen; noch über 80jährig konstruierte er für das Glockenspiel im Münchner Rathaus eine geniale kinematische Anordnung, die patentiert wurde. (Sein Sohn Christian R. – geb. 1853 – erbaute die astronomische Welt- und Kunstuhr im Deutschen Museum.)

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


35-01-14 (Reithmann)