Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_369

Pfistermeister Franz Seraph, von, Ritter, 1820 (Amberg) – 1912, Kabinettssekretär und Staatsrat; Sohn eines Lehrers, studierte er Philosophie, dann Rechte; durch ei­nen wichtigen Prozeß, den er als junger Fiskaladjunkt für den Fiskus gewann, wur­de König Max II. auf ihn aufmerksam, der ihn in das Hofsekretariat berief und ihn 1849 zu seinem Sekretär ernannte; als Kabinettssekretär vermittelte Pf. den Ver­kehr zwischen König und Ministern; dasselbe Amt übte er auch unter Ludwig II., 1864 zum Staatsrat im o. Dienst befördert, aus; wegen seiner Opposition zu Ri­chard Wagner, den er selbst im königlichen Auftrag von Stuttgart nach München geholt hatte, wurde Pf. 1866 entlassen, wobei ihm der erbliche Adel verliehen wur­de; regelmäßig hat er 17 Jahre hindurch den Finanzminister während des Urlaubs vertreten, auch wurde ihm häufig die Stellvertretung des Justiz- und Außenminis­ters übertragen; 1895 trat er in den Ruhestand; Pf. zeichnete sich durch Takt, Pflichttreue und Geschick als Kabinettssekretär aus, er war einer der ersten, der Ludwig II. dem Einfluß R. Wagners zu entziehen versuchte.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


MR-123 (Müller-Herrings & Pfistermeister)