Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München (1983) / t_366

Petz Johann, Dr. jur., 1856 (München) – 1930, Historiker und Geheimer Archivrat; Sohn eines Bildhauers, studierte P. in seiner Heimatstadt Rechte, daneben aber auch Geschichte und trat ins Allgemeine Reichsarchiv in München als Praktikant ein; lebenslängliche Freundschaft verband ihn mit seinen Kollegen K. Th. von Hei­gel und H. von Grauert, aus dieser Zusammenarbeit gaben sie auch mit dem späte­ren Kreisarchivar von Speyer, Mayerhofer, den bekannten Falkensteiner Kodex her­aus; Forschungen über Ludwig den Bayern führten P. an das Vatikanische Archiv in Rom; nach seiner Staatsprüfung war er Sekretär an den Kreis-(heute Staats-) Archi­ven in Nürnberg, München und Bamberg, dann Kreisarchivar in Bamberg und spä­ter in Nürnberg (wo er zusammen mit Stadtarchivdirektor E. Mummenhoff die Be­arbeitung des Nürnberger Urkundenbuchs übernahm); 1896 wurde P. Reichsarchi­vassessor, 1900 Reichsarchivrat und 1917 Geheimer Archivrat am Allgemeinen Reichsarchiv in München; außer den genannten Arbeiten und einem handgeschrie­benen Stadtrecht von Weißenburg i. B. hat P., ein peinlich gewissenhafter Forscher, dessen Sicherheit im Lösen paläographischer Schwierigkeiten bis in sein hohes Al­ter bewundernswert blieb, trotz verschiedenartiger und mannigfacher Arbeiten, nichts Wesentliches mehr veröffentlicht.

© Dr. phil. Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. Zeke Verlag; 4. Auflage. Würzburg, 1983.


28-11-24 (Petz)